Anerkennung von Verlusten aus Knock out Zertifikaten

Knock‑Out‑Zertifikate sind eine besonders spekulative Form der Geldanlage. Der Anleger setzt auf die Kursentwicklung eines Basiswerts (z. B. einer speziellen Aktie). Das Risiko steckt in der sog. Knock‑Out‑Schwelle, z. B. einem bestimmten Aktienkurs, bei dessen Unterschreiten das Zertifikat augenblicklich wertlos wird.

Ein Steuerpflichtiger hatte im Jahr 2011 verschiedene Knock‑Out‑Zertifikate erworben, die je nach Kursverlauf der Basiswerte auf Zahlung eines Differenzausgleichs gerichtet waren. Noch während des Jahrs wurde die sog. Knock‑Out‑Schwelle erreicht. Dies führte zur Ausbuchung der Kapitalanlagen ohne jeglichen Differenzausgleich oder Restwert. Das Finanzamt erkannte die daraus resultierenden Verluste nicht an.

Anders der Bundesfinanzhof: Unabhängig davon, ob die Voraussetzungen eines Termingeschäfts vorliegen, sind die in Höhe der Anschaffungskosten angefallenen Verluste steuerlich im Rahmen der Einkünfte aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen. Diese Auslegung sei aus verfassungsrechtlichen Gründen geboten, um die Steuerlast am Prinzip der finanziellen Leistungsfähigkeit und dem Gebot der Folgerichtigkeit auszurichten.

Die Sichtweise entspricht der Rechtsprechung des Gerichts seit Einführung der Abgeltungsteuer, wonach grundsätzlich sämtliche Wertveränderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen zu erfassen sind. Dies gilt gleichermaßen für Gewinne und Verluste.