Mithaftung bei fehlender Fahrradbeleuchtung

Einen Radfahrer, der bei Dunkelheit ohne Beleuchtung fährt, kann bei einem Unfall auch dann eine Mithaftung treffen, wenn er sich auf der Vorfahrtstraße mit intakter Straßenbeleuchtung befand und es gar nicht zu einer Kollision mit einem anderen Verkehrsteilnehmer kam. Das hat das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg entschieden.
In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall wollte ein anderer Radfahrer auf die Vorfahrtstraße einbiegen und bemerkte das herannahende unbeleuchtete Fahrrad zunächst nicht. Als er es dann doch bemerkte, erschrak er so sehr, dass er stürzte und sich dabei verletzte.
Nach Auffassung des Gerichts musste der gestürzte Radfahrer seinen Schaden zwar überwiegend selbst tragen, weil er beim Einfahren in den fließenden Verkehr nicht die ihm obliegende größtmögliche Sorgfaltspflicht eingehalten hat. Zugleich bewertete das Gericht den Mitverursachungsanteil des ohne Licht fahrenden Radfahrers mit 30 %, da die Beleuchtungspflicht auch dem Schutz anderer Verkehrsteilnehmer diene und der Sturz sich in einem nahen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit dem Auftauchen des nicht beleuchteten Radfahrers ereignete.